Meckesheim - St. Martin

Erbaut 1962 - 1964
Einbau von Gemeinderäumen in die Kirche und
energetische Sanierung 2015 - 2016

Aufgrund der hohen Bauunterhaltskosten für Kirche und Gemeindehaus hatte der Stiftungsrat der Filialkirchengemeinde in Meckesheim beschlossen, das entfernt von der Kirche liegende Gemeindehaus zu veräußern und sich ganz auf den Standort der 1962 - 64 erbauten Kirche zu konzentrieren. Da die auf trapezförmigem Grundriss erbaute Kirche in Relation zur kleinen Kirchengemeinde deutlich zu groß ist, wurden die Gemeinderäume in den Kirchenbau integriert.  Im hinteren Bereich der Kirche, der durch die Orgelempore ohnehin schon zweigeschossig angelegt war, wurden gemäß dem Planungskonzept auf zwei Ebenen die Gemeinderäume mit den notwendigen Nebenräumen eingebaut. Die Vorteile dieser Lösung bestehen einerseits darin, dass der Kirchenraum in seiner Erscheinung und Ausrichtung weitgehend erhalten wird, und andererseits in der guten Versorgung der eingefügten Räume – insb. des Gemeindesaals im OG und des Gruppenraums im EG – mit natürlichem Licht durch Öffnungen in der Fassade. In die Konzeption einbezogen wurde auch der Kirchenvorplatz, über den die barrierefreie Erschließung erfolgt.

An das vorhandene Bauvolumen wurde lediglich ein unbeheiztes Treppenhaus angefügt, das den Kirchplatz im Süden abschließt. Die Planung wird ergänzt durch ein Konzept zur energetischen Sanierung der Kirche. Wesentlicher Bestandteil sind dabei - neben Modernisierung der bestehenden Kirchenfassaden und der Decke des Kirchenraumes - Luftkollektoren vor den bisher ungedämmten Fassaden der Nord- und Südseite, die aus einem Wechsel von Stahlbetonscheiben und Betonverglasung bestanden. Die davor errichteten transluzenten Vorfassaden aus Polycarbonat-Lichtbauelementen bewirken durch die Minimierung der Hüllfläche und ihre thermischen Eigenschaften, eine deutliche Verringerung der Transmissionsverluste – auf ca. 20% – sowie zudem die Erzielung passiver solarer Gewinne und somit eine wesentliche Reduzierung des Energiebedarfs des Gebäudes. Die solaren Einträge können insbesondere auf der Südseite in der Heizperiode zu einem Großteil in der vorhandenen massiven Baukonstruktion der Fassade gespeichert sowie über die installierte Lüftungsanlage an den Kirchenraum weitergegeben werden.

Gemäß einer thermodynamischen Gebäudesimulation wird mit diesen Maßnahmen der Heizwärmebedarf auf voraussichtlich ca. 30 kWh/m²a begrenzen. Die bereits im Jahr 2013 auf einem Teil der nach Süden ausgerichteten Kirchendachfläche installierte Photovoltaikablage produziert mit jährlich ca. 30.000 kWh gemäß den Berechnungen mehr Energie, als im Gebäude künftig für die Beheizung und den Betrieb der elektrische Anlagen verbraucht wird, so dass die St. Martins-Kirche nunmehr als „Plus-Energie-Kirche“ bezeichnet werden kann.


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