Bisingen - St.Nikolaus
Innenrenovation und liturgische Neugestaltung
2014
Im Zuge der Innenrenovation der St. Nikolauskirche in Bisingen wurde der Kirchenraum auch liturgisch neu gestaltet.
Bereits im Zuge der Modernisierung der Elektroinstallation hatte das Erzbischöfliche Bauamt Konstanz einen Vorentwurf für die Neugestaltung erstellt. Das von der Kirchengemeine ausgewählte Architekturbüro Löffler aus Sigmaringen entwickelte diesen Entwurf weiter zu der heute realisierten Lösung.
Zentraler Ansatz der Neugestaltung ist die Verlegung des Zelebrationsaltars aus dem Chorraum in die Mitte der Vierung, dort wo sich Lang- und Querhaus kreuzen.
Dies ermöglicht die Schaffung einer Gemeindeversammlung um eine Altarinsel, die Trennung von Chorraum und Langhaus wird aufgehoben zugunsten eines auf das Zentrum orientierten Kirchenraums. Der Altar rückt somit in die Mitte des Geschehens.
Zur räumlichen Betonung dieses Bereiches trägt ein moderner Ringleuchter bei, welcher über dem neuen Holzaltar zu schweben scheint.
Im Hintergrund wurde eine freigestellte, goldüberzogene Metallwand errichtet, die den dahinterliegenden Chorraum vom Rest der Kirche optisch trennt und ihm dadurch eine neue Funktion als Andachtsraum ermöglicht. An der Chorrückwand befindet sich die wertvollste Figur der Bisinger Kirchenausstattung, eine Muttergottesfigur mit Strahlenkranz. Der ehemalige Chorraum wurde auf das Kirchenschiffniveau abgesenkt. Eine Neuordnung der bestehenden Figurenaustattung fand entsprechend des neuen Raumkonzeptes statt.
Auch die Kirchenbänke gruppieren sich in drei Richtungen um die Altarinsel. Das Taufbecken wurde vor der Empore platziert und steht nun im Eingangsbereich, dem Altar direkt gegenüber. Die flexible Bestuhlung unter der westseitigen Empore lässt auch die Gestaltung kleiner Gottesdienste und Tauffeiern zu.
Im Zuge der Innenrenovation wurden die vorhandene Orgel und die Figurenausstattung gereinigt, restauriert und die Raumschale neu gefasst.
Sechs zuvor vorhandene Ein-und Ausgänge wurden auf zwei Hauptzugänge von Süden reduziert und barrierefrei zugänglich gemacht. Der gesamte Kirchenraum erhielt einen neuen Terrazzo-Belag, der auch die Altarstufe bildet und sich in den Prinzipalien (Altar, Ambo, Priestersitz, Taufstein) wiederfindet.
